Warum Du immer wieder an denselben Problemen scheiterst
- Sascha Zordan
- vor 2 Tagen
- 4 Min. Lesezeit

Du hast es Dir schon so oft vorgenommen.
Diesmal wirst Du Dich nicht wieder kleinmachen.
Diesmal wirst Du nicht wieder nachgeben.
Diesmal wirst Du nicht wieder in alte Muster zurückfallen.
Diesmal wird alles anders.
Und für einen Moment glaubst Du das sogar.
Doch dann kommt dieser eine Augenblick.
Ein Gespräch.
Eine Situation.
Ein Gedanke.
Ein Gefühl.
Und plötzlich passiert genau das, was Du eigentlich vermeiden wolltest.
Du sagst wieder Ja, obwohl Du Nein meinst.
Du zweifelst wieder an Dir selbst.
Du schiebst wieder auf.
Du gibst wieder auf.
Du reagierst wieder so, wie Du es schon hundertmal getan hast.
Und irgendwann sitzt Du vielleicht da und fragst Dich:
„Warum passiert mir das immer wieder?"
Vielleicht fragst Du Dich sogar:
„Was stimmt eigentlich nicht mit mir?"
Die Antwort könnte Dich überraschen.
Denn meistens liegt das Problem nicht darin, dass Du zu schwach bist.
Nicht darin, dass Dir Disziplin fehlt.
Nicht darin, dass Du nicht genug willst.
Oft liegt die Ursache viel tiefer.
Dort, wo die meisten Menschen niemals hinschauen.
Das eigentliche Problem bist nicht Du
Viele Menschen führen einen täglichen Kampf gegen sich selbst.
Sie kämpfen gegen ihre Ängste.
Gegen ihre Unsicherheit.
Gegen ihre Gewohnheiten.
Gegen ihre Gedanken.
Gegen ihre Gefühle.
Doch wer ständig gegen sich selbst kämpft, kann eigentlich nur verlieren.
Denn der Gegner sitzt nicht irgendwo außerhalb.
Der Gegner sitzt mit im selben Boot.
Vielleicht hast Du jahrelang versucht, Dich zu verändern.
Vielleicht hast Du Bücher gelesen.
Podcasts gehört.
Seminare besucht.
Dir gute Ratschläge angehört.
Und trotzdem kehrst Du immer wieder an denselben Punkt zurück.
Das liegt daran, dass Veränderungen selten am Wissen scheitern.
Die meisten Menschen wissen längst, was sie tun sollten.
Sie wissen, dass sie mehr auf sich achten sollten.
Sie wissen, dass sie Grenzen setzen sollten.
Sie wissen, dass sie mutiger sein sollten.
Sie wissen, dass sie endlich loslassen sollten.
Das Problem ist nicht das Wissen.
Das Problem ist das Programm, das im Hintergrund läuft.
Dein Unterbewusstsein entscheidet mehr, als Du denkst
Stell Dir vor, Du sitzt in einem modernen Flugzeug.
Vor Dir befindet sich das Cockpit.
Dort sitzt Dein bewusster Verstand.
Er plant.
Er analysiert.
Er entscheidet.
Doch tief im Inneren arbeitet ein riesiger Autopilot.
Und dieser Autopilot heißt Unterbewusstsein.
Die meisten Entscheidungen, Gefühle und Reaktionen entstehen nicht in dem Moment, in dem Du glaubst, sie bewusst zu treffen.
Sie entstehen viel früher.
Sie entstehen aus Erfahrungen.
Aus Erinnerungen.
Aus Überzeugungen.
Aus alten Mustern.
Und genau deshalb kann es passieren, dass Du bewusst etwas möchtest, aber unbewusst etwas völlig anderes tust.
Warum sich bekannte Probleme oft sicherer anfühlen als Veränderung
Das klingt zunächst verrückt.
Aber unser Gehirn hat nicht die Aufgabe, uns glücklich zu machen.
Seine wichtigste Aufgabe ist Sicherheit.
Und Sicherheit bedeutet für das Gehirn vor allem eines:
Bekanntes.
Selbst dann, wenn das Bekannte unangenehm ist.
Vielleicht kennst Du Menschen, die immer wieder an die falschen Partner geraten.
Menschen, die sich ständig unter Wert verkaufen.
Menschen, die sich immer wieder selbst sabotieren.
Von außen wirkt das unverständlich.
Doch aus Sicht des Unterbewusstseins ergibt es oft Sinn.
Denn bekannte Schmerzen fühlen sich sicherer an als unbekannte Veränderungen.
Das erklärt auch, warum viele Menschen lieber jahrelang unglücklich bleiben, als den ersten Schritt in eine neue Richtung zu gehen.
Die unsichtbaren Sätze, die Dein Leben steuern
Viele unserer Überzeugungen entstehen lange bevor wir verstehen, was überhaupt geschieht.
Vielleicht hast Du als Kind erlebt, dass Lob selten war.
Vielleicht wurdest Du häufig kritisiert.
Vielleicht hattest Du das Gefühl, immer funktionieren zu müssen.
Vielleicht hattest Du das Gefühl, nicht genug zu sein.
Aus solchen Erfahrungen entstehen oft unbewusste Überzeugungen:
Ich bin nicht wichtig.
Ich bin nicht gut genug.
Ich muss perfekt sein.
Ich darf keine Fehler machen.
Ich muss es allen recht machen.
Ich werde sowieso abgelehnt.
Niemand setzt sich bewusst hin und beschließt, so über sich zu denken.
Diese Überzeugungen entstehen langsam.
Fast unbemerkt.
Doch irgendwann werden sie zu einer inneren Wahrheit.
Und genau dann beginnen sie, das Leben zu beeinflussen.
Der Teufelskreis der Selbstsabotage
Nehmen wir an, tief in Dir steckt die Überzeugung:
„Ich bin nicht gut genug."
Dann wirst Du jede Situation durch diesen Filter betrachten.
Ein Kompliment?
Vielleicht war der andere nur höflich.
Ein Erfolg?
War wahrscheinlich Glück.
Eine neue Chance?
Lieber vorsichtig sein.
Man könnte schließlich scheitern.
So entsteht ein Kreislauf.
Die Überzeugung beeinflusst Dein Verhalten.
Dein Verhalten erzeugt Ergebnisse.
Und diese Ergebnisse scheinen die Überzeugung zu bestätigen.
Das Verrückte daran:
Viele Menschen halten diesen Kreislauf für die Realität.
Dabei betrachten sie die Welt lediglich durch eine alte Brille.
Vielleicht kämpfst Du gar nicht gegen die Gegenwart
Vielleicht kämpfst Du gegen etwas, das längst vorbei ist.
Vielleicht reagierst Du heute noch auf Erfahrungen, die viele Jahre zurückliegen.
Vielleicht versuchst Du noch immer, jemanden zufriedenzustellen, der längst keine Rolle mehr in Deinem Leben spielt.
Vielleicht schützt Du Dich noch immer vor einer Verletzung, die längst vergangen ist.
Und vielleicht hält genau dieser Schutz heute die Dinge von Dir fern, die Du Dir eigentlich wünschst.
Mehr Selbstvertrauen.
Mehr Freiheit.
Mehr Leichtigkeit.
Mehr Nähe.
Mehr Leben.
Der Moment, in dem alles beginnt
Veränderung beginnt nicht mit Disziplin.
Veränderung beginnt mit Verständnis.
In dem Moment, in dem Du erkennst, dass Du nicht gegen Dich arbeiten musst.
In dem Moment, in dem Du verstehst, dass Deine Muster nicht gegen Dich entstanden sind.
Sondern für Dich.
Irgendwann.
Zu einer anderen Zeit.
Unter anderen Umständen.
Damals hatten sie einen Sinn.
Heute vielleicht nicht mehr.
Und genau darin liegt die Chance.
Denn was gelernt wurde, kann auch wieder verändert werden.
Du bist nicht Dein Problem
Vielleicht ist das Wichtigste, was Du heute mitnehmen kannst, dieser eine Gedanke:
Du bist nicht kaputt.
Du bist nicht schwach.
Du bist nicht unfähig.
Du bist nicht dazu bestimmt, für immer dieselben Probleme zu wiederholen.
Du hast lediglich Muster entwickelt, die einmal sinnvoll waren.
Muster, die Dich geschützt haben.
Muster, die Dir geholfen haben, mit bestimmten Situationen umzugehen.
Doch Du bist nicht diese Muster.
Du bist mehr als das.
Viel mehr.
Eine andere Frage
Vielleicht hast Du Dich jahrelang gefragt:
„Warum scheitere ich immer wieder?"
Vielleicht ist das aber gar nicht die richtige Frage.
Vielleicht lautet die bessere Frage:
„Welcher Teil von mir versucht noch immer, mich zu schützen?"
Denn oft verschwindet Druck genau in dem Moment, in dem Verständnis entsteht.
Und manchmal beginnt echte Veränderung nicht damit, jemand anderes zu werden.
Sondern damit, endlich zu verstehen, warum Du bisher nicht der Mensch sein konntest, der Du eigentlich längst bist.
Vielleicht ist genau heute der richtige Moment, damit anzufangen.



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