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Die häufigsten Irrtümer über Hypnose – und warum sie Dich vielleicht davon abhalten, Dein Leben zu verändern

12. Juni
4 Min. Lesezeit

Was viele Menschen über Hypnose glauben – und weshalb genau diese Vorstellungen oft verhindern, dass sie sich die Hilfe holen, die sie eigentlich suchen.

Es gibt einen Satz, den ich immer wieder höre.

„Ich würde das ja gerne ausprobieren ... aber ich habe Angst davor.“

Dann wird kurz gelächelt.

Fast so, als wäre dieser Gedanke ein bisschen peinlich.

Und irgendwann kommt die eigentliche Frage.

„Was ist, wenn ich in Hypnose die Kontrolle verliere?“

Genau in diesem Moment weiß ich, dass wir noch gar nicht über Hypnose sprechen.

Wir sprechen über Bilder.

Über Vorstellungen.

Über Szenen aus Filmen.

Über Bühnenshows.

Über Geschichten, die sich über Jahre in unseren Köpfen festgesetzt haben.

Das Verrückte ist:

Fast niemand hat selbst schlechte Erfahrungen mit Hypnose gemacht.

Die meisten Menschen haben lediglich schlechte Vorstellungen davon.

Der Mann aus der ersten Reihe

Stell Dir einen Abend in einem Theater vor.

Ein Hypnotiseur bittet ein paar Zuschauer auf die Bühne.

Wenige Minuten später gackert einer wie ein Huhn.

Ein anderer hat seinen eigenen Namen vergessen.

Das Publikum lacht.

Die Show endet.

Auf dem Heimweg denken viele:

„So etwas würde ich niemals machen.“

Verständlich.

Wenn das Dein einziges Bild von Hypnose ist, würdest Du wahrscheinlich ebenfalls Abstand halten.

Nur hat diese Show ungefähr so viel mit einer Hypnose zur persönlichen Veränderung zu tun wie ein Formel-1-Rennen mit einer Fahrstunde.

Beides findet zwar in einem Auto statt.

Mehr haben die beiden kaum gemeinsam.

Der größte Irrtum beginnt mit einem einzigen Wort

Kontrollverlust.

Dieses Wort taucht fast in jedem ersten Gespräch auf.

Viele Menschen stellen sich vor, dass sie während einer Hypnose willenlos werden.

Dass jemand anders plötzlich entscheidet, was sie denken oder tun.

Ich frage dann oft zurück:

„Warum sollte Dein Unterbewusstsein etwas zulassen, das Dir schadet?“

Darauf folgt meistens Stille.

Denn genau darüber haben die wenigsten bisher nachgedacht.

Dein Unterbewusstsein hat eine Aufgabe.

Es möchte Dich schützen.

Seit Deinem ersten Lebenstag.

Warum sollte ausgerechnet dieser Teil von Dir plötzlich zulassen, dass jemand gegen Deinen Willen handelt?

Das ergibt keinen Sinn.

Du kennst Hypnose längst

Nicht aus einer Praxis, aus Deinem Alltag.

Kennst Du den Moment, wenn Du Auto fährst, plötzlich vor Deiner Haustür stehst und Dich fragst:

„Wie bin ich eigentlich hierhergekommen?“

Natürlich warst Du die ganze Zeit aufmerksam.

Du hast gebremst, geschaltet, auf den Verkehr geachtet.

Und trotzdem warst Du gleichzeitig tief in Gedanken.

Oder Du liest ein Buch.

Jemand spricht Dich an.

Du hörst ihn erst beim zweiten Mal.

Nicht weil Du bewusst weghören wolltest, sondern weil Deine Aufmerksamkeit gerade woanders war.

Auch das ist eine Form fokussierter Aufmerksamkeit.

Ein Zustand, den fast jeder Mensch jeden Tag erlebt.

Genau so ähnlich fühlt sich auch Hypnose an – nur ohne Bühne und ohne Show.

„Was ist, wenn ich nicht mehr aufwache?“

Ja.

Auch diese Frage wird manchmal gestellt.

Nicht oft, aber oft genug.

Ich lächle dann.

Nicht über die Frage, sondern weil sie zeigt, wie viele Mythen sich hartnäckig halten.

Hypnose ist kein Schlaf.

Schon deshalb kann man nicht „nicht mehr aufwachen“.

Viele Menschen hören jedes Wort.

Sie wissen genau, was gesagt wird.

Sie könnten jederzeit die Augen öffnen, aufstehen, etwas trinken.

Oder sagen: „Ich möchte kurz eine Pause machen.“

Nichts hält sie davon ab.

Die eigentliche Überraschung

Nach einer Sitzung höre ich erstaunlich oft denselben Satz.

„Ich hätte nie gedacht, dass sich das so normal anfühlt.“

Genau das beschreibt es eigentlich perfekt.

Viele erwarten etwas Mystisches.

Etwas Magisches.

Etwas, das sich völlig fremd anfühlt.

Stattdessen erleben sie meist etwas ganz anderes.

Ruhe. Klarheit.

Das Gefühl, endlich einmal nicht gegen die eigenen Gedanken kämpfen zu müssen.

Für manche ist genau das die größte Überraschung.

Hypnose macht nichts mit Dir

Dieser Satz ist mir wichtig.

Hypnose macht nichts mit Dir.

Sie macht etwas möglich.

Das ist ein großer Unterschied.

Sie löscht keine Erinnerungen.

Sie verändert nicht Deine Persönlichkeit.

Sie nimmt Dir nicht Deinen freien Willen.

Sie schafft einen Zustand, in dem Dein Gehirn neue Verbindungen leichter zulassen kann.

Was Du daraus machst, bleibt immer Deine Entscheidung.

„Ich habe Angst, Dinge zu erzählen, die niemand wissen soll.“

Auch das höre ich regelmäßig.

Viele glauben, sie könnten in Hypnose plötzlich Geheimnisse aussprechen, die sie eigentlich für sich behalten möchten.

Die Vorstellung ist nachvollziehbar.

Mit der Realität hat sie wenig zu tun.

Du entscheidest auch in Hypnose selbst, was Du sagen möchtest und was nicht.

Niemand kann Dich dazu bringen, gegen Deine eigenen Werte oder Deinen Willen zu handeln.

Wenn das möglich wäre, müssten Gerichte weltweit nur noch Hypnotiseure beschäftigen.

Tun sie aber nicht.

Aus gutem Grund.

Der eigentliche Irrtum

Ich glaube, die meisten Menschen haben gar keine Angst vor Hypnose.

Sie haben Angst davor, sich zu verändern.

Das ist etwas völlig anderes.

Denn Veränderung bedeutet immer auch Unsicherheit.

Was passiert, wenn es mir wirklich besser geht?

Was passiert, wenn ich plötzlich Nein sagen kann?

Was passiert, wenn ich mein Leben anders sehe als bisher?

Manchmal halten wir uns lieber an dem fest, was wir kennen.

Nicht weil es gut ist, sondern weil es vertraut ist.

Hypnose ist kein Zauberstab

Wenn Du glaubst, Du legst Dich einmal hin und gehst als völlig neuer Mensch wieder nach Hause, wirst Du wahrscheinlich enttäuscht sein.

So funktioniert Veränderung nicht.

Auch Hypnose nimmt Dir Dein Leben nicht ab.

Sie trifft keine Entscheidungen für Dich.

Sie führt keine Gespräche.

Sie verändert keine Beziehung.

Sie kündigt keinen Job.

Aber sie kann dabei helfen, dass Du genau diese Dinge mit einem anderen Gefühl angehst.

Und manchmal ist genau das der Unterschied, der alles verändert.

Vielleicht geht es gar nicht um Hypnose

Vielleicht geht es um Vertrauen.

Vertrauen in Dich.

In Deinen eigenen Veränderungsprozess.

In die Möglichkeit, dass Du nicht für immer so bleiben musst, wie Du Dich heute fühlst.

Viele Menschen suchen jahrelang nach der perfekten Methode.

Dabei vergessen sie die wichtigere Frage.

Bin ich bereit, mir überhaupt helfen zu lassen?

Denn keine Methode der Welt kann etwas verändern, wenn wir aus Angst vor alten Bildern gar nicht erst den ersten Schritt machen.

Ein Gedanke zum Schluss

Wenn Du Hypnose bisher nur aus Filmen oder Bühnenshows kennst, dann ist das ungefähr so, als würdest Du Dir nach einem Actionfilm Sorgen machen, Auto zu fahren.

Beides hat denselben Namen.

Mehr aber auch nicht.

Vielleicht musst Du heute noch gar nicht entscheiden, ob Hypnose der richtige Weg für Dich ist.

Vielleicht reicht es, eine andere Frage zu stellen.

„Was wäre, wenn vieles von dem, was ich über Hypnose glaube, gar nicht stimmt?“

Manchmal beginnt Veränderung nicht mit einer Antwort, sondern mit dem Moment, in dem wir den Mut haben, eine alte Überzeugung zum ersten Mal infrage zu stellen.

 
 
 

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